Sichtweisen

Sichtweisen

Sehen Sie's mal wie wir!

Transkript

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00:00:08: Sichtweisen der Podcast des deutschen blinden und sehbehinderten

00:00:14: Verbands.

00:00:19: Ehrenamtliches Engagement gibt vielen Menschen das Gefühl mit dem eigenen Handeln etwas zu bewirken.

00:00:25: In der Normungsarbeit kann im besten Fall die eigene Beitrag, dass Leben vieler Menschen unmittelbar positiv beeinflussen Zum Beispiel, wenn Infrastruktur so gestaltet ist dass die Orientierung leichter fällt oder wenn man sich darauf verlassen kann das jedes Dienervierblatt gleich großes.

00:00:44: Normen sind von Expertinnen und Experten erarbeitete Regeln- und Richtlinien, die Anforderungen an Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren festlegen.

00:00:55: Bevor sie allerdings nicht in ein Gesetz aufgenommen sind, sind Sie nicht verbindlich.

00:01:00: Wer sich ehrenamtlich in der Normungsarbeit engagiert, braucht einiges an Behaarlichkeit und Ausdauer.

00:01:06: Und sollte auch vor unhandlichen Buchstaben- und Zahlenkonstellationen keine

00:01:11: Angst haben!

00:01:12: In dieser Folge des Sichtweisen Podcasts sprechen wir über die Arbeit an Normen und Standards für Barrierefreiheit.

00:01:19: Eberhard Tölke vom BSV Thüringen und Brigitte Buchsein von BSB Hessen engagieren sich für den DBSV in verschiedenen Normungs- und Standardisierungsgremien.

00:01:31: Sie sind außerdem Mitglied im gemeinsamen Fachausschuss Umwelt & Verkehr, kurz GFUV des DBS V. Herr TölKE Frau Buchsein schön dass sie beide da sind.

00:01:47: Erzählen Sie uns doch einmal in welchen Gremien sind sie

00:01:49: aktiv?

00:01:50: Wo können Sie mitbestimmen?

00:01:52: Also mitbestimmen ist ein großes Wort, weil wir können unsere Perspektive immer einbringen.

00:01:57: Hinweisen warum etwas wichtig ist, können aber auch nicht alles durchsetzen, weil es ein Zusammenspiel von verschiedenen Interessen ist.

00:02:06: Ich bin in einem Arbeitskreis der Fachgesellschaftsstraßen- und Verkehrswesen In einem Arbeits Kreis wo es um die Empfehlungen geht für barrierefreies Bauen also barrierenfreie Verkehrsanlagen.

00:02:20: Es sind doch einige Kremien, es geht jetzt um die Normungskremien.

00:02:24: Es ist einmal der Normausschuss-Bauwesen also einmal dieser Arbeit als Schuss barrierefreies bauen und zum anderen der Arbeitskreis öffentlicher Verkehrs- und Freiraum zu nennen.

00:02:39: das sind diese zwei Kremie.

00:02:42: dann haben wir noch Fahrwege und Schienfahrzeuge.

00:02:46: diesen Normauschuss zu nennen, das ist eine spezielle Cremium möchte ich sagen die sich mit den Normen zur TSI PMR befasst.

00:02:59: Was ist das?

00:03:00: Das ist die technische Spezifikation für die Interoperabilität für Menschen mit reduzierter Mobilität.

00:03:08: Das ist ein europäischer Ordnung

00:03:11: und Sie arbeiten damit weil sie gerne möchten dass Barrierefreiheit in dem öffentlichen Verkehr auf den Schienen im Bau mit umgesetzt wird.

00:03:20: Ja, ich bin hinzugekommen ja durch den GFUV in diese Kremien und dieser Normausschuss hat speziell noch mal betroffene Personen gesucht also auch Blende- und Seebehinderter die dann ihre Expertise dort in diesen Normauschuss einbringen können

00:03:40: Genau!

00:03:41: Und der GF Uv, den Sie gerade gesagt haben ist der gemeinsame Fachausschuss für Umwelt und Verkehr der beim Lebensvorgang gesiedelt ist.

00:03:48: Kann ich mir das tatsächlich als Diskussionsrunden vorstellen oder ist es ein hin und her schicken von Dokumentenfil-R?

00:03:56: Wie genau arbeiten Sie da?

00:03:57: Ja, oft sind das wirklich Diskussionsrunden.

00:04:00: bei uns ist es in der Regel so dass wir uns digital einmal im Monat treffen und einmal im Jahr im Präsenz und eben da wird diskutiert.

00:04:09: Es kann auch mal sein, dass mal einen einzelnen Satz dann schriftlich diskutiert wird, aber er ist es wirklich ein mündlicher Austausch.

00:04:21: Und wie viel Zeit müssen Sie abgesehen von den Sitzungen mitbringen um sich im Ausschuss zu engagieren?

00:04:29: Ja man muss natürlich die Dokumente vorher lesen vielleicht auch im Nachhinein auch nochmal nachlesen ob alles so da steht wie es besprochen wurde.

00:04:39: also das ist auf jeden Fall immer noch mal auch ein höherer Zeitaufwand im Vorfeld und im Nachgang oder auch noch mal Absprachen treffen, sich mit anderen austauschen.

00:04:49: Wie siehst du das?

00:04:50: Weil ich möchte natürlich nicht nur eins im Meinung vertreten sondern da ist es ja auch wichtig dass es eine fundierte Aussage ist.

00:04:59: Welche Rolle spielt da zum Beispiel der Fachausschuss für Umwelt und Verkehr vom DBSV?

00:05:05: gibt's da so Ping-Pong Zusammenschlüsse wo man das nochmal rückspielt.

00:05:10: Der ist natürlich auch eine wichtige Grundlage, dass es eben ja und auch da treffen wir uns monatlich.

00:05:16: Und da diskutieren wir ja auch wenn generell neue Ideen praktisch in der Öffentlichkeit sind.

00:05:25: wie ist da unsere Meinung?

00:05:27: Da sind wir auch manchmal unterschiedlicher Meinung aber das ist gerade wichtig, dass in einem Gremium wo auch verschiedene Menschen die Betroffen sind zusammenkommen, sich austauschen können und eben auch

00:05:38: da

00:05:40: verschiedene Aspekte reinbringen.

00:05:42: Und da eben dann auch zusammen zu einer Lösung kommen.

00:05:46: Frau Wuchsen Sie haben noch gar nicht gesagt wie sie dazu gekommen sind damit zu arbeiten?

00:05:50: Erzählen Sie das gerne einmal!

00:05:52: Das war auch über den GFUV.

00:05:55: Es war praktisch in dem Arbeitskreis vorher schon eine blinde Person vertreten.

00:06:01: die ist ausgeschieden Und dann war die Idee vom Verband, dass wir schauen, dass wieder jemand von uns dabei ist.

00:06:07: Wobei es bei diesem Gremium nicht so ist, dass man sagen kann, wir schicken jemand, sondern dann kann man nur nachfragen und sagen also fänden das gut wenn ich dabei wäre?

00:06:17: Und die müssen sich dann entscheiden ob sie einen in den Arbeitskreis aufnehmen.

00:06:21: Das war dann so.

00:06:23: Muss man Expertin oder Experte sein um in einem Gremio mitarbeiten zu können?

00:06:29: Also ich sage mal Expert, Expertin In dem Maße, dass man schon um die Bodenindikatoren dienen weiß.

00:06:37: Um andere Richtlinien.

00:06:40: Dass man auch eigene Erfahrungen gut einbringen kann.

00:06:43: aber zum Beispiel beruflich mache ich etwas ganz anderes.

00:06:46: also es ist jetzt nicht so das ich von der Ausbildung her Expertion bin.

00:06:50: Was sagen Sie dazu?

00:06:52: Also ich bin der Auffassung auch wenn das den einen oder anderen nicht gerade so gefällt Aber diese Auffassung, wie sie früher mal bestand, Experte in eigener Sache.

00:07:04: Also als behindertem Mensch – das ist eigentlich heutzutage nicht mehr ausreichend!

00:07:11: Man muss wirklich sich schon und wenn es autoditaktisch ist, aber trotzdem Fachkenntnisse aneignen.

00:07:20: Ansonsten ist es sehr schwierig, sich dort in den ganzen fachlichen ... Belangen zurechtzufinden.

00:07:29: Es ist ein ganz wichtiger Aspekt, den man trotzdem binden

00:07:33: muss.".

00:07:34: Also was wäre eine gute Basis?

00:07:36: Wenn man jetzt sagt, das finde ich eigentlich total wichtig wie die Standards da geregelt sind... Was wäre... Was ist ein guter Schritt vorher?

00:07:47: Ja, man muss sich einarbeiten in die ganze Thematik, man muß sich damit befassen und wirklich auch natürlich Was ganz wichtig vielleicht ist, versuchen den Durchschnitt oder die Auffassung zu erfassen was der Durchschnitz von unserem Klientel ist.

00:08:10: Es reicht nicht oder es ist ziemlich unsweckmäßig so wie mir das vor Jahren mal gegangen ist dass ich einen sehbehinderten Beauftragten gefragt habe zur Stufenmarkierung wie er diese beurteilt und er sagte zu mir, ja die kann ich sehen.

00:08:28: Das ist nicht erfreulich aber letztlich müssen wir ja versuchen den Durchschnitt das was unser Durchschnitt vom Klientel benötigt wirklich auch umsetzen und einbringen können.

00:08:41: also beispielsweise die Schriftgröße sind sehr unterschiedlich Und wenn ich jetzt sage, dass ich von mir persönlich gehe und möchte eine Schriftgröße von zehn Zentimeter haben.

00:08:54: Das ist unrealistisch und das lässt sich nicht durchsetzen.

00:08:58: Deswegen kann ich nicht in den Normalschuss gehen und sagen bitte die Schriftzeichen Größe zehn Zentimetern.

00:09:04: Das funktioniert nicht!

00:09:05: Also ich muss schon eine gewisse Kenntnis mitbringen und muss dann auch das Klientel entsprechend vertreten.

00:09:13: Und so wird ja beschrieben, dass zwei Jahre live zusammenkommen.

00:09:17: Einmal eine Kenntnis der Normen und der Richtlinien die man eben können sollte.

00:09:25: Auch wenn man es nicht in alle Tiefen kennt, aber doch wirklich einen guten Überblick auch über die verschiedenen Normen

00:09:33: haben.

00:09:34: Und eben dieses Wissen um auch die unterschiedlichen Bedürfnisse, Blinder und sehbinderte Menschen.

00:09:41: Weil sie ja doch sehr verschieden sind.

00:09:44: und was sind Voraussetzungen?

00:09:47: Wie unterschiedlich können Sehbehinderung sein?

00:09:50: Welchen Unterschied macht es ob ich früh oder spät erblinde kommt noch andere Behinderungen dazu wo man eben doch auch ums klientel breiteres Wissen einfach hat.

00:10:04: Dann kann man das vielleicht noch mal ein bisschen abstrakter versuchen zu fassen.

00:10:06: Was würden Sie sagen, gerne hoch sein?

00:10:09: Warum spielt Barrierefreiheit in der Normung dann so eine wichtige Rolle?

00:10:14: Ich finde eben dass es Normen gibt ist einfach enorm wichtig damit wir verbindliche Standards haben auf die ganz unterschiedliche Leute aufbauen können.

00:10:24: Die Planner, die Firmen, die das die Planungen umsetzen denn auch so ein Standard gibt ja auch ihnen Sicherheit es dann konkret im Straßenbau eben zu realisieren.

00:10:37: und gleichzeitig brauchen wir eben diese Standards damit ich als blinder sehbinderter Mensch überall in Deutschland die gleichen Strukturen habe, die mir sagen hier ist eine Querungsstelle.

00:10:48: Hier ist eine Haltestelle.

00:10:50: und hier muss ich besonders aufmerksam sein dass es eben einen Rahmen gibt der allen Beteiligten hilft eben auch diese Bodenindikatoren nämlich mal als Beispiel wirklich zu nutzen das es eben kein bloßes Regelwerk bleibt sondern dass dieses Regelwerk durch eben diesen verbindlichen Standard eben eine Sicherheit für alle gibt bei der Umsetzung und bei der Nutzung, vor allem dann auch.

00:11:19: Danke.

00:11:21: Wollten Sie noch was ergänzen, Herr Teike?

00:11:23: Ja, ergänzend könnte man noch... Das ist ja richtig.

00:11:27: und das, was die Frau Buxheim gesagt hat, die bundesweiteinheitliche Regelungen.

00:11:32: also ich möchte ja dass Aufmerksamkeitsfeld Interessen genauso wahrnehmen können wie in Hamburg oder von mir als auch das Einstiegsfeld.

00:11:44: Das Einstiegsfeld ist beispielsweise eine Rippenstruktur und wenn ich das in einstiegswelt in Dresden als Ripper habe, so wie es normgerecht ist und kommt dann in den Bundesland wo das plötzlich mit Nobbe gestaltet ist.

00:11:58: Dann kriege ich eine ganz andere Information über meinen blinden Langstuck Und dann interpretiert das Feld auch falsch unter Umständen.

00:12:07: Und dann kommt eine ganz andere Handlung unter Umständen raus, deswegen ist es wichtig dass wir diese bundesweit einheitliche Gestaltung erreichen und da haben wir diese Norm die ja bundesweiteinheitlich geregelt ist und wenn jetzt die einzelnen Bundesländer ihre Leitfäden gestalten Dann bedeutet das für mich, dass ich in gewisser Hinsicht auch davon ausgehe, dass dort Abweichungen sind.

00:12:38: Und diese Abweicherung können dann zu diesem Problem wie ich es vor uns genannt habe führen und das sollte man schon versuchen zu vermeiden.

00:12:46: Deswegen haben wir ja auch vom deutschen Blinden- und sehbehinderten Verband vor vielen Jahren schon den Beschluss gefasst, dass unsere Landesblindenverbände einheitlich beraten nach den

00:12:59: Nomen.".

00:13:00: Können Sie noch andere Bereiche nennen, wo man die Normen zur Aberjahrefreiheit im Alltag in der Umwelt schon wahrnimmt?

00:13:10: Ich sage mal eine Ampel.

00:13:11: Es ist ja auch wichtig dass ich weiß wie ich als blinder, als sehbinderter Mensch mit einer Lichtsignalanlage umgehe.

00:13:19: Dass ich weiß das welcher Ton der Pilot-Tund ist, welcher der Freigabe-Ton jeder Stadt anders wäre.

00:13:28: Das wär so ähnlich als werden für einen Sehenden nicht immer klar, wer was rot und was grün bedeutet.

00:13:33: Wir brauchen auch wir verlässliche Signale die uns eben sagen wann wir die Straße queren können.

00:13:40: Und sonst sowas die Frau Buchsheim auch gesagt hat.

00:13:43: an der LSA also Lichtsignalanlage haben sie diese Gestaltung diese einheitliche Gestaltung schon sehr oft.

00:13:53: Was ich noch Ja, hundert Prozent durchgesetzt hat aber doch immer öfters kommt.

00:13:59: Das ist die Stufenmarkierung beispielsweise an Treppenanlagen.

00:14:04: dort sieht man eigentlich auch schon oftmals sehr gute Lösungen

00:14:10: und hilfreich kann es auch noch sein wenn dann durch Akustik zum Beispiel Türen gekennzeichnet sind.

00:14:19: Ich nehme als Beispiel auch nochmal den Bereich Deutsche Bahn, wenn eben Zugtüren aufzufinden sind oder ich höre dass die Tür schließt.

00:14:28: Auch das ist mit Signalen klar zu kennzeichnen und wenn sie dann einem Standard entsprechen kann ich auch das Signal einordnen.

00:14:38: Gebe es denn aus Ihrer Erfahrung in der Normungs- und Standardisierungsarbeit überhaupt etwas was dagegen spricht, beispielsweise den Boden zu markieren oder diesen diese Töne einzubringen.

00:14:50: Müsste es da nicht einfach nur reichen Leuten zu sagen ja das ist halt notwendig?

00:14:55: Was einfach natürlich wichtig ist dass eben dieses nachträgliche Einbau und natürlich immer mit Kosten- und Aufwand verbunden ist.

00:15:03: und hier muss man dann glaube ich einfach mal wieder immer wieder Überzeugungsarbeit leisten und sagen auch dieser nachtlägliche einbauen ist wichtig.

00:15:11: Aber wir sind ja nicht die einzigen Akteure und Akteurinnen in dem Bereich.

00:15:16: Und dadurch können wir es zum Beispiel nicht immer unter euch setzen, dass eben im Altbestand Dinge umgebaut werden und nachgerüstet werden.

00:15:25: Da fällt mir noch ein Bereich ein.

00:15:27: das ist zb der Bereich E-Mobilität wo sehr auch wichtig ist, dass Fahrzeuge Geräusche machen und da haben wir auch noch viele alte Fahrzeugen keinen Mindestgeräusch haben, sodass man eben dann Fahrzeuge nicht wahrnimmt.

00:15:41: Auch das wäre im Bereich wo die Nachrichtung wichtig wäre.

00:15:45: Verstehe.

00:15:46: Gibt es eine Sache, wo Sie stolz sind?

00:15:48: Wo Sie schon gemerkt haben ah hier habe ich mich eingesetzt, hier hab' ich mitgearbeitet und dann hat sich das in Ihrem Alltag bemerkbar gemacht.

00:15:54: Also ich freue mich wirklich, dass wir zum Beispiel wirklich bei vielen, vielen Bahnhöfen jetzt sowohl Leitsysteme haben mit deren Hilfe ich mich im Bahnhof orientieren kann.

00:16:06: Dass wir Handlaufbeschriftungen haben sodass ich erkennen kann an welchem Bahnsteig ich bin das wir ein taktieren und visuell kontrastreichen Streifen entlang der Bahnsteigkante haben, sodass ich mich sicher dort bewegen kann.

00:16:20: Mich eben auch wirklich gut fühle nicht mehr unsicher wie früher und dass wir dann der Zug einfährt Ich die Tür finde mein Platz finde also das diese ganze Kette.

00:16:30: Dann wenn alle Elemente jetzt eben ausgestattet sind Dass sich da sicher und eigenständig bewegen können Und das ist schon ein gutes Gefühl.

00:16:39: Also für mich persönlich in der Mobilität aber auch im Denken, das war auch unsere Arbeit.

00:16:46: Das lässt sich natürlich durchaus noch ergänzen wo man ja wirklich sehr lange drum gekämpft hat dass beispielsweise die Fahrplan Aushänge auf dem Bahnhöfen in Augenhöhe hängen sonst hing sie immer oftmals zu hoch sieht man auch noch ab und zu auch um ÖPNV.

00:17:05: aber das ist so eine Sache was in der Norm geregelt ist wie in welcher Höhe ein Fahrplanaushang anzuordnen ist.

00:17:13: Und es ist ja nun auch so, dass nach TSI PMR, die ich vorhin schon erwähnte geregelt ist das zumindestens eine Aushang auf dem Bahnhof in Augenhöhe sein muss sei es also gedruckt oder auch dynamisch.

00:17:31: Das sind solche Ergebnisse, die wir wirklich durch die Arbeit durchgesetzt haben oder die Abstellanlagen für Elektro-Kleinstfahrzeuge entsprechend taktiell und visuell gekennzeichnet werden.

00:17:48: Das wird jetzt, wenn die Norm überarbeitet ist – und nur erscheinend wird auch drinstehen -, dass diese Anlagen visuell und taktil abzusichern

00:17:57: sind.".

00:17:59: Ja und was auch noch wichtig ist, es ist die ganze digitale Barrierefreiheit das es ja auch da zum Glück gesetzliche Vorschriften gibt.

00:18:07: Auch da müssen wir als Verband dann immer wieder daran erinnern, für welche Bereiche die doch auch anzuwenden sind und wie wichtig sie sind.

00:18:15: Aber wenn zum Beispiel digitale Barrierefreiheit gegeben ist dass ich dann eben auch als Mensch das Digitale nutzen kann also sofern es der Fall ist, dass sich dann eben im Internet oder per App nach Verbindungen suchen kann, meinen Ticket buchen kann, damit auch dieser Prozess gewährleistet ist.

00:18:36: Jetzt sind Sie beide schon ziemlich lange in dieser Gremiumsarbeit aktiv, wenn ich da recht informiert bin.

00:18:42: Herr Tölke was gibt Ihnen die Gremiumarbeit persönlich?

00:18:45: Wenn Sie damit machen...

00:18:48: Ja es ist dann natürlich immer, wenn man doch gesehen hat alleine dass man die Mitstreiter, die in den Gremien drinsitzen, doch überzeugen konnte von der von dem Wert diese Arbeit und dann auch natürlich im Ergebnis das dadurch die Betroffenen sich selbstständig fortbewegen können.

00:19:12: Das ist schon auf jeden Fall eine sehr dankbare Sache.

00:19:17: Frau Buchstein, was bedeutet die Arbeit für Sie?

00:19:20: Ja das kann ich einfach nur unterstreichen.

00:19:22: also ich finde es auch eben eine so wertvolle Arbeit weil man ganz konkret spürt wie sich etwas verändert weil man auf dem Boden in den Städten spürte dass mehr und mehr Bodenindikatoren verbaut werden auch immer mehr Ampeln stößt, die eben durch Akustik und Vibration zugänglich sind.

00:19:39: Dass eben Apps immer besser zu bedienen sind also dass wirklich sich etwas tut manchmal noch zu langsam und man wird sich manchmal mehr Schwung und mehr Energie wünschen noch im Altbestand etwas umzusetzen oder etwas schneller voranzutreiben aber trotzdem dieses spüren es tut sich was und das hat einen konkreten Nutzen.

00:20:03: Menschen um einen herum, die es auch brauchen und dadurch eigenständiger unterwegs sind.

00:20:10: Das finde ich einfach etwas sehr

00:20:12: Wertvolles.".

00:20:19: Die Mitarbeit an Normungsprozessen kann also viel bewirken.

00:20:24: Um jedoch eine verbindliche Umsetzung der Regelungen zu erzielen müssen die Normen in Gesetze aufgenommen werden.

00:20:31: Um das genauer zu verstehen hören wir Dr.

00:20:34: Michael Richter.

00:20:35: Er ist Anwalt bei der Rechtsberatungsgesellschaft Rechte Behindertamenschen, kurz RBM.

00:20:42: Also erst mal muss man klarstellen dass wir ja bisher über die Normen gesprochen haben und die streng genommen keinen Gesetzesrang haben weil sie ja demokratisch nicht legitimiert sind.

00:20:57: Sie sind nicht von gewählten Vertretern erarbeitet worden sondern sie stellen eigentlich sozusagen das sachliche und das Sachverständige Potenzial da, wie Dinge am besten zu regeln sind.

00:21:12: Entscheidend ist aber die Gesetzeslage.

00:21:16: um das ein bisschen anschaulicher zu machen gerade bei den Normen sind die entscheidenden wenn es um die Gestaltung der Umwelt geht entweder die Landesbauordnung also Landesrecht oder auch die straßenrechtlichen Regelungen.

00:21:30: ja Straßen- und Wegegesetze Und das sind beides jeweils Landesgesetze.

00:21:36: Ob

00:21:36: dann eine Dien-Norm und wie verbindlich sie ist, das entscheidet sich genau in diesen Gesetzen, meistens nicht mehr in den Landesminderten gleichstellungsgesetzen.

00:21:49: Das wird oft verkannt und es führt auch zu Frustration bei den Leuten die auf ein sehr differenziertes Regelwerk und meist auch ein sehr fundiertes Regelwerk zurückgreifen, die sich in diesem Normungswerk sehr gut auskennen und sagen hier gibt es doch sag ich mal fachliche Standards, die geregelt sind.

00:22:08: Die dann aber nicht zur Umsetzung kommen weil das das entsprechende Gesetz so nicht verbindlich vorsieht.

00:22:15: also der fachlichen Standard da kann kein Zweifel dran bestehen.

00:22:20: und auch sage ich mal in der fachen Expertise ist schon in diesen Denormen gegeben.

00:22:30: ja Jetzt ist nur die Frage, wie verbindlich?

00:22:34: werden diese Diennormen ins Gesetz sozusagen integriert.

00:22:39: Es gibt zum Beispiel in der niedersächsischen Landesbauordnung ganz klaren Verweis.

00:22:44: so ungefähr sinngemäß das Wenn man von Barrierefreiheit spricht auch die Dienorm auf diese verweist und die dann quasi in ihrer Ausführlichkeit auch in das Gesetz mit hineingelesen werden müssen.

00:22:59: Also ein relativ verbindlicher Standard.

00:23:01: Das ist quasi der Ritterschlag für die Denennorm, die dann demokratisch legitimiert über ein Gesetz auch in einen Quasi-Gesetzestand kommt und verbindlich

00:23:12: wird.".

00:23:13: Der DBSV möchte Menschen motivieren sich in den Normungs- und Standardisierungsgremien zu engagieren.

00:23:20: Ein guter Einstieg ist die Mitarbeit im Fachausschuss oder Arbeitskreis beim DBSW?

00:23:26: wie beispielsweise der gemeinsame Fachausschuss für Umwelt und Verkehr, GFUV.

00:23:37: Die Interviews führten Leonie Koll und Jana

00:23:40: Matthardt

00:23:42: Redaktion und Schnitt Sarah Karge Anika Tolbner Christian Baalbach und Leonie Koll Sounddesign Robby Sandberg.

00:23:53: Alle Artikel der Sichtweisen Und alle DBSV-Podcast finden Sie auch auf sichtweisen-online.org.

00:24:02: Wenn Sie die Sichtweisen in gedruckter Form lesen möchten, bestellen sie ein kostenloses Exemplar beim DBSV Zeitschriftenverlag per E-Mail an.

00:24:12: zeitschriftenverlak at dbsv.org.

00:24:17: Gerne schicken wir Ihnen auch Probeexemplare anderer Ausgaben der Sichtweisen zu.

00:24:23: und hören Sie auch gerne in unseren anderen

00:24:25: Podcasts rein!

00:24:27: Zum Beispiel in die Verbandsperspektiven.

00:24:30: In der letzten Folge ging es um die Zukunft unseres Sozialstaats.

00:24:36: Bis zum nächsten Mal, Ihr Sichtweisen-Team sagt

00:24:50: Tschüss!

Über diesen Podcast

Hier finden Sie den Podcast des Verbandsmagazins "Sichtweisen“ vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband. Und die Hör-Reihe „Präsidiumsgespräch“. Darin beleuchten DBSV-Präsidiumsmitglieder mit Gästen aktuelle Themen, die den Verband beschäftigen.

Senden Sie Feedback und Anregungen gerne per E-Mail an podcasts@dbsv.org.
Impressum: https://www.dbsv.org/impressum.html

von und mit DBSV – Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.

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