Sehen Sie's mal wie wir!
00:00:07:
00:00:29: In ihrem Dorf mit rund ein tausend Einwohnerinnen und Einwohnern gestaltet sie ihren Alltag mit Sehbehinderung.
00:01:01: Frau Hamme, wie ländlich ist Ihre eigene Wohnsituation?
00:01:06: Ich wohne in einem Ortsteil oder in einem Stadtteil genannt Niederkirchen, der gehört eigentlich zur Kreisstadt ist aber sehr ländlich.
00:01:16: Ist klassisch ein Dorf mit Kirche, mit ein paar Häusern.
00:01:20: bis zu tausend Einwohnern haben wir nur noch und sind aber seit der Gemeindereform Mitte des siebzigerjahre gehören wir eigentlich zur kreisstadt sankt Wendel.
00:01:34: Und gibt es bei Ihnen noch?
00:01:36: Infrastruktur in dem kleinen Stadtteil?
00:01:39: oder wie sieht es damit aus?
00:01:42: Doch, also die gibt's zum Glück noch weil unser... Das Niederkirchen ist das größte Dorf
00:01:49: von
00:01:50: den Trumrumliegenden.
00:01:52: Und wir haben wirklich noch ein Kindergarten, wir haben einen Cup-Markt Wir haben praktischen Arzt und Zahnarzt eine Apotheke, eine Physiotherapie, ne Sparkasse mit barrierefreiem Geldautomaten Steuerberaterst Alles mögliche noch da im Weinlädchen, Tudolotto in Reisebüro Salanversicherung, Kindergärten, Grundschule Bäckerladen ist auch noch da, so eine Backstube.
00:02:20: Also das sind wir eigentlich ganz gut versorgt und die Bus-Situation ist ein bisschen besser geworden aber trotzdem tagsüber alle zwei Stunden und nach achtzehn Uhr nichts mehr.
00:02:31: also man kommt nicht weg und vorallem nicht mal nach Hause.
00:02:34: Was
00:02:37: ist Ihrer Meinung nach das größte Problem für Blinde?
00:02:40: Und sie behinderte Menschen, die auf dem Land leben?
00:02:43: Ich denke dass es die Mobilität Wenn man noch ländlicher wohnt, wie ich, wird es schwieriger mit den Busverbindungen.
00:02:52: Und viele Menschen werden ja erst im Alter sehbehindert oder blind und tun sich dann auch schwer eventuell von Auto auf Bus umzusteigen.
00:03:03: Trotz Mobilitätstraining traut man sich vielleicht nicht dem Bus zu nehmen für in die Stadt zu fahren oder in die nächste Gemeinde.
00:03:11: Es gibt dann halt auch nicht so viele... Busverbindungen, die man da nutzen könnte.
00:03:16: Und das ist schon ein Riesenproblem auf dem Land.
00:03:20: Von welchen Schwierigkeiten berichten Ihre Mitglieder noch etwa als Einkaufsmöglichkeiten betrifft und wie viel es mit der ärztlichen Versorgung aus?
00:03:31: Ja ich habe ja eben geschildert bei mir ist die Lage relativ gut aber die Orte drumherum haben das nicht.
00:03:37: Die müssten zum Beispiel schon alle zu uns kommen und wenn's noch ländlicher ist wird die Situation natürlich schwieriger.
00:03:43: Also mit Einkaufsmöglichkeiten ist das schon so eine Sache und da ist es eigentlich schon wichtig, dass man jemand hat der einem da hilft.
00:03:51: oder man muss gucken ob's Lieferdienste gibt.
00:03:55: Weil man einfach nicht mehr fußläufig zum Bäcker oder zum Metzger gehen kann.
00:03:59: Das ist leider nicht mehr so wie vor fünfzig Jahren.
00:04:02: Und ärztliche Versorgung?
00:04:04: Es sieht wahrscheinlich nicht gut aus in den kleineren Städten und Dörfern
00:04:11: Es geht noch so halbwegs.
00:04:12: Also, es ist jetzt... Ich glaube, es gibt ländliche Situationen da ist die Essigversorgung noch viel schlechter als bei uns im Saarland.
00:04:21: also sie geht schon noch.
00:04:22: aber es ist schon mit auf und verbunden ein Arzttermin auch beim praktischen Arzt, beim Maus-Arzt zu kriegen und dahin zu kommen und wegzukommen.
00:04:33: Wie beurteilen viele Hilfe innerhalb von Familien oder Nachbarschaftshilfe in den kleineren Städten und Dörfern?
00:04:40: Funktioniert heute für Tage noch gut?
00:04:44: Ja, das hängt ein bisschen davon ab wie integriert man ist.
00:04:47: Wenn man dort groß geworden ist kennt man ja doch oft viele aus dem gleichen Jahr gingen hat Nachbarn die der Regel dann auch schon lange Nachbaren sind und hat auch Kontakt.
00:04:58: soziale Kontakte des Pflegen der sozialen Kontakte ist sehr wichtig.
00:05:03: Dann kann man auch mal um Hilfe bitten.
00:05:05: Es muss allerdings auch mal gegenseitig sein, dass man auch den Nachbarn Hilfe anbietet.
00:05:10: In dem man sie immer einlädt oder halt die Dienste einfach wirklich bezahlt, honoriert und es muss sich ausgleichen weil sonst wird das schwierig mit nachbarschaftlicher Hilfe.
00:05:22: aber es sind aufm Land schon viele auch wirklich hilfsbereit Und ich kann das auch sagen erst einmal Mann nicht fahren konnte.
00:05:28: Ich habe wirklich von vier fünf Leuten sofort Angeboten gekriegt.
00:05:32: ich fahr dich und Das ist schon toll Muss man ja nicht immer einen den gleichen nehmen, der einen fährt.
00:05:39: Sondern man kann dann auch abwechseln und sich genau das mit diesen sozialen Kontakte nicht zu arg belastet.
00:05:48: Wenn noch die Familie in der Nähe ist Kinder oder sowas ist es natürlich sehr hilfreich.
00:05:53: aber oft sind halt auch die Kinder von den älteren betroffenen Menschen Auch weit weg, aus beruflichen Gründen weit weggezogen und können dann vielleicht auch nur noch per Telefon oder per Computer helfen.
00:06:07: Also Pflege der sozialen Kontakte ist schon wichtig.
00:06:10: Und auch vielleicht Teilnehmende am Vereinsleben denn wenn die Kontakte mal abgebrochen sind es ist wirklich schwierig neue Kontakte aufzubauen.
00:06:21: Inwiefern hilft denn der Blinden- und Zebinatenverein für das Saarland seinen Mitgliedern im ländlichen Raum?
00:06:28: Ja, das Saarland ist ja das kleinste Flächen-Land.
00:06:31: Aber es ist fast alles ländlicher Raum von Saarbrücken mal abgesehen und wir haben auch sechs Treffpunkte im Saar Land und da können wir jetzt nicht groß mit Fahrdiensten helfen die der Verein übernimmt.
00:06:46: aber es gibt die regelmäßigen Treffpunktbesucher.
00:06:50: die werden oft dann auch von anderen von sehenden Begleitpersonen abgeholt.
00:06:55: Aber für die offiziellen Bezirksversammlungen, Adventsfeier, Mitgliedever sammeln bieten wir einen Fahrdienst an.
00:07:04: Das wird dann mit einem Sammeltaxi die Leute zu Hause abholen und auch wieder nach Hause bringen nach der Versammlung.
00:07:11: Und die zahlen zurzeit einen Eigenanteil von zwanzig Euro.
00:07:15: Wir müssen halt schauen ob das jetzt bleiben kann bei der Preissteigerung, die wir dieses Jahr haben.
00:07:21: aber zur Zeit sind es zwanzich Euro für hin und zurück und den Rest Das Sammeltaxi trägt zurzeit der Verein.
00:07:29: Warum glauben Sie, bleiben viele Menschen auch wenn ihr Seevermögen stark nachlässt oder sehr blinden auf dem Land wohnen?
00:07:37: Ja weil man sich da eingerichtet hat und wohlfühlt vielleicht schon Jahrzehnte wohnt, sich auskennt das ist ja sehr wichtig und halt auch die Nachbarschaft schätzt und sich einfach wohlführt.
00:07:51: und man geht ungern wenn es nicht unbedingt sein muss, aus einer bekannten Umgebung weg.
00:07:58: Und auch ein Umzug in die Stadt ist auch ein Kostenfaktor.
00:08:03: Auf dem Land ist zwar die Eigentumsrate recht hoch als es mit einem eigenen Häuschen wohnt oder in einem eigenen Haus in aller Regel wohnt und in der Stadt müsste man dann wahrscheinlich eher Miete zahlen und das ist halt auch eine Kostenfrage.
00:08:21: Das Saarland wird in diesem Jahr Noch mit einem Blickpunkt Augeangebot starten.
00:08:27: Erzählen Sie ein wenig darüber, was da geplant ist?
00:08:31: Ja wir haben einen Antrag bei Aktion Mensch gestellt.
00:08:33: der wurde sogar im Februar jetzt positiv beantwortet und wir richten zurzeit gerade unser Beratungsbüro ein und suchen auch eine hauptamtliche Kraft für Unterstützung in der Beratung und auch Pflege, der Webseite.
00:08:49: Und auch Begleitungen eventuell für Hausbesuche die wir bisher nie machen konnten.
00:08:56: Bisher haben drei Ehrenamtliche aus unserem Verein Betroffene ausgebildet also es gibt schon drei Berater Der vierte ist in der Ausbildung.
00:09:06: Wir wollen im Juli oder im Herbst auf jeden Fall dann mit dem Angebot Beratungsangebot Blickpunkt Auge starten.
00:09:16: Und es ist auch geplant, in zwei Städten in Salui und in Sankt Wendl auch ein Beratung Angebot zu machen, allerdings dann in fremden Räumen?
00:09:26: Ja!
00:09:26: Dann
00:09:27: wünsche ich viel Erfolg für den Beginn mit Blickpunkt-Auge und bedanke mich herzlich bei Ihnen für das Gespräch.
00:09:35: Vielen Dank!
00:09:36: Alles Gute!
00:09:46: Redaktion und Schnitt, Ute Stefanie Manzion, Christian Ballbach und Leoni Koll.
00:09:53: Sounddesign Robby Sandberg.
00:09:56: Hören Sie gerne auch mal in anderen Podcasts des DBSV zum Beispiel in Low Vision Stories.
00:10:04: In der neuesten Episode begleiten wir den blinden Influencer und Pädagogen Nikolaus Rezidis.
00:10:14: Das Interview mit Silvia Hamel lesen sie auch in der Julie Ausgabe des Sichtweisen Magazins mit dem Schwerpunktthema blind auf dem Land.
00:10:24: Sie finden die Beiträge auch auf sichtweisen-online.org und können das gesamte Sichtweisenmagazin online hören.
00:10:33: unter dbsv minus inform.org ist es ebenso abrufbar wie die Hörmagazine vieler Landesvereine des DBSV.
00:10:43: Wenn Sie die Sichtweisen in gedruckter Form lesen möchten, bestellen sie ein kostenloses Exemplar beim DBSV-Zeitschriftenverlag per E-Mail an.
00:10:52: Zeitschriftenverlag.dbsv.org.
00:10:56: Gern schicken wir Ihnen auch Probeexemplare anderer Ausgaben der Sichtweisen!
00:11:02: Bis zum nächsten Mal – Ihr Sichtweisenteam sagt Tschüss!