Sehen Sie's mal wie wir!
00:00:07: Sichtweisen, der Podcast des deutschen blinden und sehbehinderten
00:00:13: Verbands.
00:00:19: Aktivist Ottmar Meils-Paul liebt Demonstrationen!
00:00:23: Doch er weiß auch das reicht nicht um die rechte behinderter Menschen durchzusetzen.
00:00:29: Andere Optionen des Aufstands durchdenkt er in seinen Romanen in denen Menschen mit Behinderung für Selbstbestimmung kämpfen.
00:00:36: Meils Paul berichtet im Interview mit Ote Stefanie Manzion, was ihn am aktuellen Entwurf des Behinderten Gleichstellungsgesetzes stört und wie er dagegen vorgeht.
00:00:46: Auf der Straße und in seinen Büchern!
00:00:53: Herr Meils-Paul, was haben Sie in diesem Jahr am fünften Mai vor dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung?
00:01:03: Ja hallo... Am fünftem Mai habe ich vor nach Kiel zu fahren.
00:01:09: Ich wäre sehr gerne in Berlin bei der Demonstration dabei, weil die immer ganz besonders und auch viele Leute da sind und dieses Jahr natürlich hoch aktuell wegen des Behinderten-Gleichstellungsgesetzes.
00:01:20: aber ich habe schon eine Lesung in Kiel zugesagt.
00:01:24: deshalb werde ich im fünften Mai um siebzehn Uhr in Kil bei einer Veranstaltung und anschließend mit der Sabine Lohnau meiner Leseassistentin werden wir eine Dunkellesung
00:01:34: machen Also in einem dunklen Ort, Lokal, Höhle oder wie?
00:01:42: Kultursentrum ist das glaube ich.
00:01:44: Höhling sieht auch gut!
00:01:49: Bei einem Aktivisten denkt man an lauter Aktionen und die Aufmerksamkeit erregen.
00:01:56: Was liegt Ihnen persönlich mehr?
00:01:58: der eher stille Protest etwa durch kritische Artikel oder Demonstrationen und Aktionen, bei denen auch die Medien hingucken.
00:02:08: Ja das ist eine interessante Frage weil sie muss natürlich auch ein bisschen im Spiegel der Zeit betrachtet werden und auch immer wie gerade die politische Situation ist.
00:02:17: also was?
00:02:18: Was bringt was?
00:02:19: Früher waren wir immer ganz stolz da hatten wir noch nicht so viele Kontakte in die Politik wenn wir ja Demonstationen hatten.
00:02:29: Und ich sag mal so, meine Stimme gibt es manchmal auch her dass sich ohne Megafon entsprechend reden und laut anheizen kann.
00:02:37: Also ich bin schon ein bisschen so ein Demonstrationstyp also wenn dann die Leute kommen zu gucken das sie zusammen bleiben Ich moderiere dann oft weil ich auch ein Freund bin von eher kurzweiligeren Reden nicht den langen Kundgebungsreden, wo dann die Leute zehn Minuten und länger reden.
00:02:59: Und man wird müde.
00:03:00: also ich bin schon eher so ein bisschen von der zackigen Sorte.
00:03:04: Deshalb liebe ich es eigentlich.
00:03:06: aber mit der Zeit habe ich natürlich erkannt Demonstrationen laut sein das ist nur ein Teil.
00:03:14: Natürlich müssen wir laut als behinderte Menschen sein, dass man uns überhaupt wahrnimmt.
00:03:18: Dass man uns hört.
00:03:20: aber die Strategie ist natürlich wichtig weil was nützt mir letztendlich die lauteste Demonstration wenn es keinen direkten Bezug hat also wenn es an dem vorbei geht was die Politik macht?
00:03:33: und jetzt am fünften Mai den sie ja schon angesprochen haben ist das natürlich eine hochinteressante Verbindung weil wir haben ein Gesetzgebungsverfahren anstehen Und wir haben den Protesttag anstehen und so liebe ich es eigentlich, weil es ist wirklich die Verbindung zwischen ja Leute auf die Straße zu bringen.
00:03:51: Protest auch deutlich zu machen aber auch an die Abgeordneten zu schreiben mit den Abgeordneten zureden sich überlegen wie könnten Gesetzesformulierungen aussehen?
00:04:01: Wie kann man das strategisch einfädeln?
00:04:03: Ich liebe eigentlich alles wobei ich mit zunehmendem alter Marke wie anstrengend das eigentlich ist solche Demonstrationen, Veranstaltungen zu organisieren.
00:04:12: Weil man muss einfach so viel berücksichtigen und der Druck ist auch größer geworden
00:04:19: Beim behinderten Gleichstellungsgesetz da gibt es sehr viel Kritik dran Auch von Verbänden.
00:04:25: Welche Änderungen würden Sie vorschlagen oder ja am aktuellen Entwurf vorschlagen?
00:04:32: Ja wir haben ja unheimlich lange gewartet dass wir jetzt den Jetzt ist ja ein Gesetzesentwurf, also einen Gesetzentwurf der von der Bundesregierung.
00:04:41: Also den Ministerinnen und Ministern mit Kanzler beschlossen wurde.
00:04:46: Und jetzt muss ja der Deutsche Bundestag entscheiden.
00:04:50: Es hatte schon die Ampel-Regierung – das war glaube ich der Nikolaustag – in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt.
00:04:59: Sie will was tun!
00:05:00: Seitherher sind wir eigentlich am Rödel untermachen, dass wir diesen Gesetzentwurf für die Reform des Behinderten Gleichstellungsgesetzes bekommen, weil das ist ein Gesetz von zwei Tausendzwei.
00:05:10: Das wurde zweitausendsechzehn noch ein bisschen geändert und sich also ein Gesetz, der schon lange eigentlich Verbesserungen Überarbeitung braucht.
00:05:18: ja Und jetzt haben wir diesen Gesetzentwurf.
00:05:21: Wir haben Stellungnahmen abgegeben.
00:05:23: Wir haben versucht zu überzeugen und müssen feststellen wie miserabel er eigentlich ist.
00:05:28: und Jetzt könnte ich hier eine ganze Latte erzählen was wir besser machen müssten.
00:05:33: Der Haken an der Geschichte ist, wir sind jetzt in der Phase.
00:05:37: Der Entwurf ist geschrieben und die Abgeordneten in diesem Fall von CDU CSU und SPD kriegen den jetzt mit den anderen Abgeordneten auf dem Tisch Und die debattieren diesen Vorschlag.
00:05:52: Sie werden eine Anhörung durchführen sie werden denn dann beschließen.
00:05:58: gibt es Änderungen, aber wir haben immer wieder die Erfahrung gemacht.
00:06:03: Es ist unheimlich schwer auch für Änderung zu kämpfen!
00:06:07: also welche man dann wirklich durchkriegt.
00:06:09: Und deshalb liegt bei mir im Moment so der Fokus Eis auf ein zwei Punkten und wo ich sage, da bin ich froh wenn wir das verändert bekommen weil wenn man sich in zwanzig Punkten verliert, da passiert oft gar nichts.
00:06:21: und drum freue ich mich auch dass auch viele Verbände sich jetzt auf diese zentralen Punkte auch stürzen.
00:06:27: Ein ganz zentraler Punkt ist für mich und viele andere, dass wir diesen Satz raus kriegen.
00:06:33: Diesen unselglichen Satz der sagt für Unternehmen, die also Maßnahmen zur Barrierefreiheit durchführen sollen oder angemessene Vorkehrungen, wodurch die Teilhabe behinderter Menschen verbessert wird.
00:06:48: Für diese sind all diese Aktivitäten eine unverhältnismäßige und unbillige Belastung.
00:06:56: Das heißt in der Übersetzung müssen wir euch gar nichts tun weil Was man von ihnen eigentlich im Gesetz fordert, wird hier die Ausnahme kreiert und das wird gesagt.
00:07:06: Ja, dass ist aber für Unternehmen eine unbillige und unverhältnismäßige Belastung.
00:07:12: oder muss ich sagen?
00:07:12: Das ist harter Tobak.
00:07:14: Andreas Betge vom Deutschen Blinden- und Sehbehindern Verbande hat es schon richtig gefasst in einem Post auf Facebook war das glaube ich wo er sagt sind wir denn nur eine Birde für die Gesellschaft?
00:07:26: also Wir sind Kundinnen und Kunden.
00:07:28: Und jetzt sagen die uns, ich komme zum Beispiel und habe eine Frage.
00:07:33: Können Sie mal kurz vorlesen was da drauf steht?
00:07:36: Was sie anbieten?
00:07:38: Dann kann mir jemand ins Gesicht sagen, Entschuldigung!
00:07:42: Das ist eine unbewillige und unverhältnismäßige Belastung für mich.
00:07:46: Ich hab in den USA gelebt Ja, da haben wir sogar mit dafür demonstrieren können.
00:07:53: Ich war bei einer Anhörung im Kongress mit dabei für den Americans with Disabilities Act und in USA kann ich sagen... Da gehe ich zum Beispiel zu McDonalds oder so und sage Entschuldigung, ich kann es nicht lesen wie wenn Sie dahinter Ihrem Counter sozusagen die Karte stehen haben.
00:08:10: Wie gedenken sie denn mir das zugänglich zu machen?
00:08:13: Und der Spieß dreht sich um.
00:08:15: Sie sind verantwortlich und dann kommt oft, Moment mal wir haben doch hier eine Karte in größerer Schrift oder ich kann sie noch gern vorlesen und ein ganz anderes Verhältnis.
00:08:25: und hier kann mir jetzt jemand sagen unverhältnismäßig Unbelieg Belastung also Ich glaube das ist so der Knackpunkt wofür wir kämpfen.
00:08:34: Wir haben Probleme mit Schadenersatzanspruch Also wenn jetzt Unternehmen irgendwie was tun können wir einen nur feststellen lassen.
00:08:43: Das ist eine Benachteiligung, aber sie sind nicht gezwungen was zu verändern.
00:08:46: Und bei öffentlichen, wenn ich einen Schaden ersatzung von tausend Euro habe und viele wissen die vor Gericht gehen wie mühsam das alles ist ja Beweislastunkehr Alles viel zu weich gepackt.
00:09:04: Ja, Barrierefreiheit muss eigentlich in dem Sinne nicht hergestellt werden.
00:09:09: Sondern erst mal nur die angemessen Vorkehrungen für die Unternehmen.
00:09:13: Dann haben wir die Bundesbauten, die erst bis zwei tausendfünfundvierzig barrierefreie sein müssen.
00:09:20: ja es tut schon weh was da alles drin ist.
00:09:23: aber wie gesagt Die Konzentration dürfte wirklich auf diesem Punkt sein das eben unternehmen ebenfalls verpflichtet sind, für uns zu mindestens angemessene Vorkehrungen also zu gucken.
00:09:34: was kann ich tun damit derjenige oder diejenige diese Dienstleistung gleichberechtigt in Anspruch nehmen kann.
00:09:41: Oder das Produkt für sie passt?
00:09:44: aktuell sind ja ungefähr zwölf Prozent der Menschen mit Behinderungen arbeitslos und Lage verschlechtert sich immer weniger statt mehr Unternehmen beschäftigend behinderte Menschen.
00:09:56: Wie können Ihrer Meinung nach Arbeitgeber davon überzeugt werden, also das ist auch innerlich mittragend nicht nur durch ein Gesetz mehr oder überhaupt Menschen mit Behinderung einzustellen?
00:10:10: Ja.
00:10:10: Das ist immer so eine Sache mit der Überzeugung.
00:10:12: Also ich bin jetzt ja schon behindert und politisch aktiv seit, sagen wir mal, nünzundhundertfünfundachtzig.
00:10:19: Wir schreiben hier schon über vierzig Jahre meines knapp über sechzigjährigen Lebens Und ich habe ganz oft gehört, wir appellieren.
00:10:29: Wir klären auf.
00:10:31: Wir zeigen euch was geht.
00:10:34: Ich selber hab mir auch so ein Portal gute Nachrichten zur Inklusion wo wir gute Beispiele aufzeigen.
00:10:41: Ich denke das ist auch richtig weil natürlich haben viele keine Vorstellungen.
00:10:45: ja wie könnte es denn klappen wenn sich jetzt ein blinder Seebehinderter Mensch bewirbt oder noch so jemand wie ich der dann noch dazu schlechter hört, den die Knochen wehtun.
00:10:56: Der Allergien hat ... Dann denkt man schon um Gottes Willen.
00:10:59: Also denke ich Aufklärung ist schon alles richtig.
00:11:03: aber ich glaube es braucht einfach klare Regeln und die müssen auch eingefordert werden.
00:11:09: Drum ist unsere Ausgleichsabgabe schon ein wichtiges Instrument.
00:11:14: Man hat sie auch erhöht für die Betriebe, die jetzt also gar keinen behinderten Menschen beschäftigen obwohl Sie das müssten.
00:11:21: Aber dass das, es greift alles noch nicht.
00:11:25: Ich denke, das ist so die eine Seite da müsste man viel mehr nachhaken.
00:11:29: und traurig ist natürlich, dass die Ampelregierung für den Preis der Ausgleichsabgabe beschlossen hat, die Bußgeld-Erhebung abzuschaffen.
00:11:41: Damit haben wir eine Keule weniger.
00:11:44: Also ich glaube da müsste man nochmal hinkucken wie kann man die Betriebe konkreter ausfordern?
00:11:49: Weil ich muss sagen es ist ein bisschen heftig wenn dauernd die Klage, die Unternehmen klagen ja wir haben nicht genug Arbeitskräfte der geht's ja nicht nur um Fach Fachkräfte, wobei viele behinderte Menschen auch Fachkräftes sind.
00:12:03: Das muss man der Stelle natürlich nochmal betonen, sondern es geht auch generell um Leute die man beschäftigen kann.
00:12:09: auf der anderen Seite sind wir jetzt bei behinderten Menschen.
00:12:12: Ja, wir haben uns schon da die die Hundert neunzigtausender Grenze an Arbeitslosen schwerbehinderten Menschen kratzen.
00:12:19: Wir haben über dreihunderttausend behinderte Menschen in Werkstätten.
00:12:22: also das ist kein Klackswasser unterwegs.
00:12:24: Ich denke viele bewerben sich vielleicht auch gar nicht mehr.
00:12:28: Viele sind in der Rente würden aber vielleicht auch noch gerne was tun?
00:12:32: Also das ist die eine Seite der Geschichte.
00:12:35: des Andere ist ich sag mal unsere.
00:12:37: unser Hilfesystem muss viel effektiver werden.
00:12:39: Also wenn da dann jemand einen Jobangebot hat, also nehmen wir auch nicht geht es zum Arbeitgeber.
00:12:45: Dann brauche ich eigentlich ein verlässlichen Rucksack wo ich sagen kann okay sie können sich das jetzt noch nicht vorstellen aber Ich werde Assistenz am Arbeitsplatz bekommen die mir eben bei behinderungsbedingten Herausforderungen dass mit ausgleichen kann.
00:13:01: Ich werde Hilfsmittel bekommen.
00:13:03: Ja, wir haben auch einen Lohnkostenschuss.
00:13:05: Und da ist es immer so problematisch.
00:13:08: Da können wir sagen ja, da gibt's gute Chancen, da gibts Möglichkeiten und dann wird begutachtet.
00:13:14: Dann dauert das!
00:13:15: Und gerade diese ersten Wochen in einem neuen Job sind so wichtig dass wir gleichberechtigt starten können.
00:13:24: Es ist einfach mies auch den Menschen gegenüber.
00:13:27: man sitzt dann dort nicht am Job Aber ich habe meine Hilfsmittel nicht, ich kann nicht richtig arbeiten.
00:13:32: Ich werde jeden Tag kleiner weil ich betteln muss und das nicht so
00:13:36: kann.".
00:13:36: Ja und da haben wir in unserem System ein riesiges Problem mit diesen verschiedenen Stellen die dann zusammenarbeiten sollten.
00:13:43: der Rucksack was sich an Unterstützung bekommt, der müsste eigentlich schon vor dem ersten Arbeitstag, er müsste eigentlich beim Einstellungsgespräch schon geschnürt sein.
00:13:54: Um Arbeit geht es ja auch in den Büchern die Sie geschrieben haben.
00:13:59: In ihrem ersten vor drei Jahren erschienenen Roman, Zündeln an den Strukturen geht es um die Werkstätten für Menschen mit Behinderungen.
00:14:09: Und drei Leute, die in den Werkstädten arbeiten stecken ihrer Werkstatt entbrannt.
00:14:15: sie hoffen dadurch die Strukture infrage zu stellen und Arbeit auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt zu finden.
00:14:24: Wir haben Menschen gegen Werkstätten arbeiten, auf den Roman reagiert und ich meine damit sowohl welche von, man nennt es Betreuungspersonal.
00:14:34: Und ja vom behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
00:14:40: Ja hoch interessant also ich kann Ihnen sagen wie das entstanden ist.
00:14:43: Ich bin seit mehreren Jahren in allen möglichen Gremien und ich war in dem Gremium wo es um die Studie ging Geld bekommen eigentlich behinderte Menschen in Werkstatt, also dass das Werkstab entgelt.
00:14:56: Da wird ja nicht vom Lohn gesprochen ist kein richtiger Lohn.
00:14:59: und wie sind die Chancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt überhaupt aus der Werkstatte rauszukommen?
00:15:03: Und beide Zahlen waren einfach miserabel.
00:15:06: und ich saß da und hatte immer so das Gefühl man redet so abstrakt über Zahlen.
00:15:13: Das ging alles so.
00:15:15: es war Ja mir hat das menschliche gefällt.
00:15:18: Also was ist mit den Menschen die jetzt unter solchen Situationen arbeiten, hinter all diesen Zahlen und Untersuchungen und Diskussionen.
00:15:28: Und dann saß ich eines abends auf dem Balkon und hab gedacht Alter du musst mal einen Roman schreiben weil diese ganze Fakten-Diskussion da hört ja keiner mehr richtig zu.
00:15:37: und so kam ich oft die
00:15:38: Idee
00:15:39: und brauchte ein Werkzeug wie wäre es denn wenn wir keine Wahl statt hätten?
00:15:43: Was könnte dort an Dynamik entstehen?
00:15:46: Ja und darum habe Eine Akteurin und zwei Akteure zusammen losgeschickt.
00:15:54: Die haben dann Freitag nach die Walkstadt in Brand gesetzt, sie ist auch ganz abgebrannt und im Roman geht es darum welche Dynamik setzt ihr sein?
00:16:02: Also da finden einige Arbeitsplatzplätze.
00:16:05: auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt wird auch eine neue Walkstadt gebaut.
00:16:09: also es ist Dynamik auf verschiedenen Seiten.
00:16:16: Da kam natürlich die ersten Anfragen auf Lesung.
00:16:20: Und fand ich total interessant, sehr früh kam also eine Geschichte aus Bremen und zwar haben wir dann eine Lesung in einer Walkstadt gehabt.
00:16:29: der Landesbeauftragte hatte das mit angezettelt und wir haben schon gesagt es ist gut auch vorher nochmal ein Gespräch in leichter Sprache zu haben Weil mich interessiert es einfach auch.
00:16:40: Ich kenne zwar viele Leute aus Werkstätten, wir haben Empowermentschulung und haben alles Mögliche gemacht.
00:16:47: Ja dann hatten wir die Diskussion.
00:16:48: das war total interessant also hat mir richtig Spaß gemacht.
00:16:52: aber auch Feuer drin im halbwahren Sinne des Wortes weil die erste Reaktion war natürlich da war die Stimmung schon aufgeheizt weil da hieß es da kommt einer der will die Werkstatt in Brand stecken habe ich gesagt naja hab das erklärt den Hintergrund Ja, das ist ja... Sie wollen unseren Arbeitsplatz abverklingen und was weiß ich.
00:17:12: Und wie wäre es bei Ihnen?
00:17:15: Ich würde wahrscheinlich auch erst mal wie sie reagieren wenn einer kommt und sagt jetzt stecken wir mal den Arbeitsplatz vom Heiz Paulienbrand und gucken was passiert.
00:17:23: Das war richtig gut!
00:17:25: Und auch von den Betreuungskräften da waren natürlich erstmal Wumms.
00:17:31: Ich habe das einfach hingenommen, weil ich gefällt mir.
00:17:34: Der Roman ist sozusagen dazu da auch Emotionen rauszulassen.
00:17:39: Da kann man sich aufregen und gut finden oder eine Idee kriegen.
00:17:45: Den kann man wegwerfen und alles damit machen.
00:17:47: Das war beim Roman interessant.
00:17:52: Dann kamen die ersten Stimmen.
00:17:54: Ja Moment mal!
00:17:55: Es gab doch ein Lied Hura Hura Die Schule brennt hat ja auch nicht dazu geführt, dass alle Schulen jetzt abgefackelt wurden.
00:18:04: Sondern man hat mal darüber nachgedacht was ist in der Schule eigentlich schlecht oder was könnte besser gehen?
00:18:09: Und wir waren dann ziemlich schnell in einer Diskussion wo jemand sagte naja wenn wir nicht in die Werkstatt kommen würden dann würden die Betreuer auch nichts verdienen.
00:18:18: Also war richtig gut.
00:18:19: und dann kamen sie, ja wir protestieren für mehr Lohn.
00:18:23: Und für mehr Inklusion und dann Protesttag.
00:18:26: also ich fand das total gut.
00:18:27: aber es hat natürlich gezeigt dass man für solche Diskussion manchmal ein bisschen Zeit braucht.
00:18:33: Also auch zu erklären warum habe man das so gemacht?
00:18:37: Und dann auch erstmal so ist das erste die erste Schicht abzubauen.
00:18:41: Dann kam nämlich so langsam was den Leuten in der Werkstatt was sie nerft.
00:18:46: Und an dem Punkt, ja da waren wir so eine Stunde in der Vordiskussion bevor die Lesung losging und dann den Punkt habe ich gedacht jetzt wäre es spannend.
00:18:55: Ja weil jetzt geht's wirklich darum welche Situation haben Sie?
00:19:00: Und in der Diskussion später hat er eigentlich ein Stolz erzählt dass sie da Jobs macht für ich glaube Mercedes oder irgendwie was wenn man ging auch noch irgendwie.
00:19:09: das ist wenn die Fahrzeuge hört also eine richtig gute Sache.
00:19:12: Da war natürlich die Frage aus dem Publikum Warum arbeiten Sie da noch in der Werkstatt und nicht direkt bei dem Betrieb?
00:19:19: Also ganz verschiedene Diskussionen, wir haben ja an die fünfundzwanzig Lesungen gemacht für die Diskussion.
00:19:27: Es ist immer etwas anders.
00:19:29: aber das war eigentlich genau das was ich mit dem Roman wollte weil ich musste dann nicht immer gleich reinspringen und sage ja es ist aber so sondern ich kann sagen hm ich gebe das mal an die romanen Figuren weiter.
00:19:41: Interessante Idee.
00:19:43: Das ist das Schöne an der Romankei, ich hätte es vorher so nicht gedacht aber man kann nochmal anders drüber reden.
00:19:52: In ihrem neuen Roman in dem ja auch die Figuren aus dem ersten Roman wieder auftauchen also der Neue heißt Ich will raus von der Exklusion zur Inklusion.
00:20:03: Darin geht es um die Lage von Menschen mit Behinderungen im Jahr.
00:20:11: Der möchte, dass alles so bleibt wie es ist.
00:20:13: Ein Fernsehstudio in Luft.
00:20:16: Irgendwie fallen ihre Protagonisten zu glauben mit Gewalt Lösungen herbeiführen zu können.
00:20:23: Glauben Sie das auch?
00:20:26: Ich glaube das nicht!
00:20:27: Ich sage das ja auch meistens dazu Leute hier, dass ich keine Brandstifter oder Bombenlegerveranstaltung.
00:20:34: Also das Glück ist, mein Roman ist noch nie gestorben
00:20:37: Beruhigend.
00:20:38: Verletzt wurde diesmal jemand, ja verletzt wurden sie aber es diente halt auch.
00:20:46: es dient wieder so ein bisschen als Sprung um entsprechende Dinge aufgreifen zu können und der Aufhänger war nämlich dass diese Helen Weber eine der Brandstifterinnen von damals die also ganz vielen mit ihrer Enthinderungsgruppe oder anderen Leuten bewegen konnten in den letzten Jahren.
00:21:05: Die war ins Fernsehstudio eingeladen und sollte dann ein Interview geben zum sehr kritischen Bericht.
00:21:12: Und sollte erzählen, wie sie es geschafft hat aus dem Wohnheim auszuziehen?
00:21:15: Wie sich selbstbestimmter leben kann aus der Werkstatt raus?
00:21:19: Und jetzt kommt dieser Bombenanschlag.
00:21:23: in beiden Romanen spielt ja eine Enthinderungsgruppe eine wichtige Rolle.
00:21:29: haben wir den Begriff erfunden oder gibt das Ihnen tatsächlich?
00:21:33: Ich habe mal eine KI befragt und laut KI handelt es sich um einen Begriff auf dem pädagogischen und therapeutischem Bereich.
00:21:42: Ich hab ihn aber noch nie vorher gehört.
00:21:45: Ja, das ist interessant.
00:21:46: also ich weiß... ich hatte mit den Österreichern habe ich immer viel zu tun und da gab's auch schon irgendwie, ich glaube, Dominow Zeitschrift für Enhinderung oder so.
00:21:55: Also damals hatte ich das schon weile her, da hat ich den kennengelernt Und ich habe dann überlegt, naja wie kann man so ein bisschen mit Einbauer, dass man nochmal erklärt worum geht es bei Behinderung?
00:22:08: Es ist ja jetzt nicht meine Seebehinderung.
00:22:10: Das ist ja nicht mein schlechtes Hören.
00:22:12: Ich sage mal das beschäftigt mich da haben solche Tage aber es sind ja eigentlich eher die Rahmenbedingungen, die mich behindern.
00:22:20: und da dachte ich noch muss einmal eine Enthinderungsgruppe her, die das Mal wieder ein bisschen enthindert.
00:22:26: Und es ist natürlich angelehnt, als ich nach Kassel kam haben wir uns als Studierende an der Uni organisiert und dann gab es in Kassl auf Stadtebene eine Aktionsgruppe im Behindertrenn Kasseln.
00:22:38: Und das war damals so auffrischend, weil wir waren kein Verein.
00:22:41: Wir haben einfach nur uns getroffen und geguckt.
00:22:44: was muss man ändern?
00:22:45: Dann haben wir mit den Verkehrsbetrieben vor denen oder gegen die damals noch demonstriert.
00:22:51: Wir hatten einfach auch mal Aktionen gemacht.
00:22:55: Die ganzen Schilder am Tag des weißen Stockes mal im Rathaus zugehängt von dem Verkehrs Betrieb.
00:23:01: Das waren einfach schöne spontane Aktion unterdachte ich.
00:23:05: eine Enthinderungsgruppe kann Roman und vielleicht auch allgemein nicht schaden denn was wir ja erleben ist die Vereine, die Organisationen.
00:23:16: Die Dachorganisation sind natürlich total wichtig aber wir sind natürlich oft auch in so ein Korsett eingezwenkt wo man dann überlegt wenn ich das jetzt so sage?
00:23:26: Was denkt denn die Aktion Mensch?
00:23:29: Kriege ich da eventuell eine kritische Anfrage im Bundestag weil wir Fördermittel kriegen oder kriegen wir dann noch Fördernmittel?
00:23:36: Also ich erlebe ja schon, wenn wir ergänzen eine unabhängige Teilhabeberatung.
00:23:41: Dürfen wir das überhaupt?
00:23:43: Und mich interessiert immer was tun wie ihr?
00:23:45: Was können wir tun?
00:23:47: und deshalb dachte ich so ein bisschen Enthinderungen kann nicht schade.
00:23:51: Ja dann hoffen wir mal dass es noch mehr Enthinderung gibt und wir im Jahr zwei tausend vierunddreißig vielleicht bei vollständiger Inklusion angelangt sind.
00:24:02: Und ich wünsche Ihnen für Ihre Lesungen, die jetzt im Frühjahr anstehen.
00:24:07: Für den neuen Roman viel Erfolg und viele spannende Diskussionen.
00:24:12: Und bedanke mich herzlich für das Gespräch!
00:24:15: Ich habe zu danken, war mir eine Freude mal dabei sein zu können.
00:24:36: Robby Sandberg.
00:24:41: Das Interview mit Ottmarmals Paul lesen Sie auch im Sichtweisen Magazin, das Schwerpunktthema der Maiausgabe lautet Stil.
00:24:49: Es geht darum wie Kleidung und Make-up zu einem besseren Selbstwertgefühl beitragen können.
00:24:55: Sie finden die Beiträge auf sichtweisen-online.org Und können das gesamte Sichtweisenmagazin online hören.
00:25:03: unter dbsv-inform.org ist es ebenso abrufbar wie die Hörmagazine vieler Landesvereine des DBSV.
00:25:11: Wenn Sie die Sichtweisen in gedruckter Form lesen möchten, bestellen sie ein kostenloses Exemplar beim DBSV Zeitschriftenverlag per E-Mail an.
00:25:22: Zeitsschriften Verlag at dbsv.org.
00:25:26: Gern schicken wir Ihnen auch Probeexemplare anderer Ausgaben der Sichtweisen!
00:25:29: Bis zum nächsten Mal – Ihr Sichtweisenteam sagt
00:25:43: tschüss!